Eisenhaltiges Brunnenwasser im Teich

Eisenhaltiges Brunnenwasser für Teiche problematisch

Eisenhaltiges Brunnenwasser TeichEisenhaltiges Brunnenwasser im Teich kann für Fische, Fischlaich und Pflanzen zu einem Problem werden. Außerdem ist ein durch Eisen braun verfärbter Teich nicht gerade ein schöner Anblick. In einigen Gegenden Deutschlands weist das Grundwasser einen besonders hohen Eisengehalt auf und ist daher ohne Behandlung nicht für Teiche geeignet.


Eisenhaltiges Brunnenwasser im Teich – woher stammt das Eisen?

Eisen ist mit einem Anteil von ca. 6 % das zweithäufigste Metall in der Erdkruste und kommt in praktisch allen Böden und Gesteinen vor. Durch Auswaschung und chemische Lösungsvorgänge gelangen Eisenverbindungen auch in das Brunnenwasser. In Gegenden mit Vorkommen von Raseneisenstein und in der Nähe von Eisenerzvorkommen ist mit besonders viel Eisen im Brunnenwasser zu rechnen. Bei niedrigen Boden-pH-Werten und saurem Grundwasser wird verstärkt Eisen aus den umgebenden Boden- und Gesteinsschichten gelöst.


Warum färbt eisenhaltiges Brunnenwasser den Teich braun?

Grundwasser enthält meist sehr wenig Sauerstoff. Bei Sauerstoffarmut liegt Eisen im Grundwasser überwiegend in Form von farblosen Eisen-(II)-Ionen vor. Kommt eisenhaltiges Brunnenwasser im Teich mit Luftsauerstoff in Kontakt, oxidieren die Eisenionen zu Eisen-(III-)-oxid. Eisen-(III)-oxid („Rost“) ruft dann die typische Braunfärbung des Teichs hervor. Allerdings muss bei einer Braunfärbung des Teichs nicht immer eisenhaltiges Brunnenwasser Schuld sein. Auch Huminsäuren, die besonders in moorigen Gegenden verstärkt in das Grundwasser gelangen und Mangan können Teiche bräunlich färben.(1)


Ist eisenhaltiges Brunnenwasser im Teich für Fische oder Pflanzen schädlich?

Eisen ist in Spuren für alle Tiere und Pflanzen ein lebenswichtiges Element. Pflanzen im Teich benötigen Eisen unter anderem für die Photosynthese. Der optimale Eisengehalt im Teich liegt bei ca. 0,3–0,5 mg/l. Stark eisenhaltiges Brunnenwasser im Teich kann aber auch zu starken Schäden an der Flora und Fauna im Teich führen. Meist treten Probleme durch eisenhaltiges Brunnenwasser im Teich durch Eisen-(III)-oxid (genauer: Eisen-(III)-oxidhydrat) auf. Ablagerungen von Eisen-(III)-oxid können die Photosynthese von Pflanzen stark behindern und führen oft zum Absterben von Fischlaich durch Sauerstoffmangel. Bei hohen Konzentrationen des Oxids kann auch die Atmung von Fischen durch eine Schädigung der Kiemen behindert werden. Außerdem wird dem Teich durch die Oxidation von eisenhaltigem Brunnenwasser viel Sauerstoff entzogen.(2)


Teich vor eisenhaltigem Brunnenwasser schützen

Der Handel bietet für Brunnenwasser Enteisenungsanlagen an. In diesen Anlagen wird eisenhaltiges Wasser belüftet. Das ausgefällte Eisen wird dann mit Filtern aufgefangen oder als Schlamm abgeschieden. Allerdings kosten leistungsfähige Enteisenungsanlagen ca. 2.000 Euro. Um zumindest einem Sauerstoffmangel im Teich vorzubeugen, sollte eisenhaltiges Brunnenwasser über dem Teich langsam versprüht werden, anstatt es über einen Schlauch schnell einzuleiten. Dies sorgt für eine natürliche Belüftung.

 

 

Referenzen:

(1) Stadt Aurich, „Gewässergütebericht 1994“: http://www.nlwkn.niedersachsen.de/download/69941/Gewaesserguetebericht_Ostfriesland_1994_aktualisiert_mit_Guetekarten_2000.pdf

(2) Stadt Hamburg, „Eisen und Gewässer“: http://www.hamburg.de/contentblob/135122/data/eisen.pdf